Stefan Aust ist ein deutscher Journalist, Autor, Fernsehproduzent und ehemaliger Medienmanager. Seine Karriere begann in den 1960er-Jahren und führte ihn durch fast alle wichtigen Bereiche der Medienwelt.
Er arbeitete bei politischen Zeitschriften, beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, für ein großes Nachrichtenmagazin und später für private Fernsehsender. Zusätzlich schrieb er Bücher und war an der Herstellung von Dokumentationen sowie Spielfilmen beteiligt.
Diese Verbindung aus Fernsehen, Printmedien und Buchprojekten macht seine Laufbahn besonders. Viele Journalisten sind hauptsächlich in einem Bereich tätig. Aust arbeitete dagegen gleichzeitig als Reporter, Redaktionsleiter, Moderator, Produzent, Geschäftsführer und Autor.
Der Piper Verlag beschreibt ihn als einen der bekanntesten Journalisten Deutschlands. Besonders hervorgehoben werden seine Arbeit für konkret und Panorama, die Gründung von Spiegel TV, seine Leitung des Spiegel und seine spätere Tätigkeit bei N24 und der WELT.
Warum ist Stefan Aust bekannt?
Stefan Aust wurde vor allem durch seine ausführlichen politischen Recherchen bekannt. Er beschäftigte sich häufig mit Themen, bei denen Gewalt, staatliche Macht, Geheimdienste, politische Bewegungen und Medien eine wichtige Rolle spielen.
Seine Bekanntheit beruht nicht nur auf seinen leitenden Positionen. Sie hängt auch damit zusammen, dass Aust bei wichtigen politischen Ereignissen selbst recherchierte und mit vielen Beteiligten persönlich sprach.
Was macht Stefan Aust heute?
Stefan Aust gab seinen Posten als Herausgeber der WELT-Gruppe zum Jahreswechsel 2024/2025 ab. Er hatte diese Position seit 2014 ausgeübt. Nach seinem Ausscheiden als Herausgeber blieb er dem Medienhaus jedoch als Autor verbunden.
Vollständig aus dem Journalismus zurückgezogen hat er sich damit nicht. Er arbeitet weiterhin an historischen und politischen Themen, veröffentlicht Beiträge und beteiligt sich an Gesprächen über seine Bücher und Filme.
Ein Beispiel ist das 2025 veröffentlichte Dokudrama Stammheim – Zeit des Terrors. Der Film rekonstruiert den Alltag der inhaftierten RAF-Mitglieder sowie das Geschehen im Gerichtssaal während des Stammheim-Prozesses.
Stefan Aust im Steckbrief
| Information | Angaben |
|---|---|
| Vollständiger Name | Stefan Reinhard Aust |
| Geburtsdatum | 1. Juli 1946 |
| Geburtsort | Stade in Niedersachsen |
| Alter | 80 Jahre, Stand Juli 2026 |
| Beruf | Journalist, Autor, Filmemacher und Medienmanager |
| Bekannt durch | Der Spiegel, Spiegel TV und Der Baader-Meinhof-Komplex |
| Spiegel-Chefredakteur | 1994 bis 2008 |
| WELT-Herausgeber | 2014 bis Ende 2024 |
| Familienstand | Verheiratet |
| Kinder | Zwei Töchter |
| Besonderes Interesse | Professionelle Pferdezucht |
Stefan Aust: Kindheit, Herkunft und Ausbildung
Wo wurde Stefan Aust geboren?
Stefan Aust wurde am 1. Juli 1946 in Stade in Niedersachsen geboren. Er wuchs als Sohn eines Obstbauern in einer ländlichen Umgebung auf. Seine spätere Arbeit in großen Redaktionen war deshalb kein vorgezeichneter Weg.
Nach dem Abitur begann er ein Studium der Soziologie. Er verließ die Universität jedoch ohne Abschluss und entschied sich stattdessen für die praktische Arbeit im Journalismus.
Diese Entscheidung zeigt eine wichtige Besonderheit seiner Laufbahn. Aust erlernte seinen Beruf vor allem durch die Arbeit in Redaktionen, durch eigene Beobachtungen und durch Gespräche mit Menschen, die direkt an politischen Ereignissen beteiligt waren.
Wie begann Stefan Aust seine Karriere?
Von 1966 bis 1969 arbeitete Aust als Redakteur bei der Zeitschrift konkret. Das Blatt gehörte damals zur politischen Linken und beschäftigte sich intensiv mit der Studentenbewegung, dem Vietnamkrieg und den gesellschaftlichen Konflikten der Bundesrepublik.
Bei konkret lernte Aust die Journalistin Ulrike Meinhof kennen. Sie verließ später den legalen politischen Protest und wurde zu einer führenden Person der Roten Armee Fraktion.
Die Begegnungen aus dieser Zeit beeinflussten Austs spätere Arbeit stark. Er kannte wichtige Personen aus der Protestbewegung und konnte beobachten, wie sich einzelne Aktivisten immer weiter radikalisierten.
Nach seiner Zeit bei konkret arbeitete er zeitweise für die St. Pauli-Nachrichten. Im Jahr 1970 kam er zum Norddeutschen Rundfunk und arbeitete dort vor allem für politische Fernsehformate.
Warum war dieser frühe Einstieg wichtig?
Die späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre waren eine unruhige Zeit. Junge Menschen protestierten gegen den Vietnamkrieg, alte gesellschaftliche Regeln und den Umgang der Bundesrepublik mit der nationalsozialistischen Vergangenheit.
Ein Teil dieser Bewegung wollte politische Veränderungen durch Demonstrationen und öffentliche Diskussionen erreichen. Eine kleinere Gruppe entschied sich jedoch für Gewalt, Untergrundarbeit und Terrorismus.
Aust erlebte diese Entwicklung nicht nur aus der Entfernung. Er kannte Beteiligte und berichtete über ihre Entscheidungen. Diese Nähe verschaffte ihm Informationen, die später in seine Bücher und Filme einflossen.
Dabei betonte Aust, dass ein Journalist trotz eigener Ansichten Abstand zu politischen Bewegungen halten müsse. In seiner Autobiografie beschreibt er seine Grundhaltung mit den Worten:
„Ich war skeptisch. Das war meine Grundhaltung.“
Nach seiner Darstellung richtete sich diese Skepsis sowohl gegen die Regierenden als auch gegen deren politische Gegner.
Die journalistische Karriere von Stefan Aust
Stefan Aust bei Panorama
Aust arbeitete ab 1970 für den NDR und gehörte später viele Jahre zur Redaktion des politischen Fernsehmagazins Panorama. Dort berichtete er über politische Skandale, Extremismus und umstrittene Entscheidungen staatlicher Stellen.
Zu seinen bekanntesten Recherchen gehörte der Fall Hans Filbinger. Filbinger war Ministerpräsident von Baden-Württemberg und hatte während des Zweiten Weltkriegs als Marinerichter gearbeitet.
Aust berichtete über ein verschwiegenes Todesurteil aus dieser Zeit. Die öffentliche Diskussion über Filbingers Vergangenheit nahm danach stark zu. Filbinger trat schließlich 1978 als Ministerpräsident zurück.
Der Fall zeigt, welche Wirkung journalistische Recherche haben kann. Informationen über die Vergangenheit einer führenden politischen Person wurden überprüft, veröffentlicht und anschließend öffentlich diskutiert.
Stefan Aust gründet Spiegel TV
Im Jahr 1988 wechselte Aust zum Spiegel-Verlag. Dort baute er Spiegel TV auf. Das Projekt sollte die journalistische Arbeit des Nachrichtenmagazins in das damals noch junge private Fernsehen übertragen.
Aust arbeitete bei Spiegel TV nicht nur vor der Kamera. Er war Moderator, Chefredakteur und Geschäftsführer. Laut seinem beruflichen Lebenslauf übte er diese Funktionen von 1988 bis 2007 aus.
Ein wichtiger Teil des Erfolgs bestand darin, schwierige Themen mit Bildern, Interviews und Archivmaterial verständlich zu erzählen. Die Beiträge sollten nicht nur informieren, sondern auch zeigen, welche Menschen und Entscheidungen hinter einem Ereignis standen.
Fallbeispiel: Der Erfolg von Spiegel TV
Der Aufbau von Spiegel TV kann als Beispiel für die Erweiterung einer bekannten Medienmarke betrachtet werden. Ein erfolgreiches Nachrichtenmagazin wurde nicht einfach kopiert, sondern an die Regeln des Fernsehens angepasst.
Damit gehörte Aust zu den Journalisten, die früh erkannten, dass politische Hintergrundberichte auch im privaten Fernsehen ein großes Publikum finden konnten.
Stefan Aust als Spiegel-Chefredakteur
Im Dezember 1994 wurde Stefan Aust Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Er blieb bis 2008 in dieser Position.
Während dieser Jahre veränderte sich die Medienwelt stark. Das Internet wurde wichtiger, Nachrichtensender berichteten rund um die Uhr und Informationen verbreiteten sich immer schneller.
Der Spiegel musste deshalb seine gedruckte Ausgabe weiterentwickeln und gleichzeitig neue digitale Angebote aufbauen. Unter Aust blieb das Magazin für ausführliche Titelgeschichten, politische Enthüllungen und kontroverse Debatten bekannt.
Seine Führung wurde jedoch nicht nur positiv beurteilt. Einige Mitarbeiter kritisierten seinen Führungsstil. Schließlich beschlossen die Gesellschafter des Spiegel-Verlags, die Zusammenarbeit zu beenden. Aust verließ das Unternehmen 2008.
N24 und die WELT-Gruppe
Ab 2010 arbeitete Aust als Mitgeschäftsführer des Nachrichtensenders N24. Später wurde der Sender vom Axel-Springer-Konzern übernommen und mit den journalistischen Angeboten der WELT verbunden.
Im Jahr 2014 wurde Aust Herausgeber der WELT-Gruppe. Dieses Amt übte er bis Ende 2024 aus. Anschließend übernahm Ulf Poschardt eine neue Herausgeberrolle innerhalb der neu geordneten Mediengruppe. Aust blieb als Autor tätig.
4Stefan Aust und der Baader-Meinhof-Komplex
Was verbindet Stefan Aust mit der RAF?
Die Rote Armee Fraktion war eine linksextremistische Terrororganisation, die über mehrere Jahrzehnte Anschläge, Entführungen und Morde verübte. Besonders die erste Generation um Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof prägte die politische Geschichte der 1970er-Jahre.
Stefan Aust kannte mehrere Personen aus diesem politischen Umfeld persönlich. Dazu gehörten Ulrike Meinhof, Horst Mahler, Jan-Carl Raspe und verschiedene Anwälte, die später in RAF-Verfahren eine wichtige Rolle spielten.
Diese persönlichen Kontakte machten ihn zu einem besonderen Beobachter der Ereignisse. Gleichzeitig stellten sie hohe Anforderungen an seine journalistische Distanz.
Ein Journalist, der beteiligte Personen persönlich kennt, kann leichter an Informationen gelangen. Er muss jedoch besonders sorgfältig prüfen, ob persönliche Erinnerungen, Sympathien oder Konflikte seine Darstellung beeinflussen.
Worum geht es in Der Baader-Meinhof-Komplex?
Das Buch Der Baader-Meinhof-Komplex erschien erstmals 1985. Es beschreibt die Vorgeschichte, Entstehung und Entwicklung der ersten RAF-Generation. Der Piper Verlag bezeichnet das Werk als einen Klassiker.
Aust verbindet dabei Akten, Interviews, öffentliche Dokumente und eigene Erfahrungen. Das Buch möchte die Ereignisse in einer nachvollziehbaren zeitlichen Reihenfolge darstellen.
Warum ist das Buch so bedeutend?
Die Geschichte der RAF ist umfangreich und kompliziert. Viele Personen, Organisationen und politische Entscheidungen spielen eine Rolle.
Aust machte diese Zusammenhänge für ein breites Publikum zugänglich. Der NDR bezeichnete das Werk als Standardwerk über die RAF und die Ereignisse bis zum Deutschen Herbst 1977.
Das Buch ist allerdings nicht die einzige mögliche Darstellung der RAF-Geschichte. Historiker und andere Autoren setzen teilweise andere Schwerpunkte oder bewerten einzelne Ereignisse anders.
Für Leser ist es deshalb sinnvoll, Austs Werk als wichtigen Ausgangspunkt zu nutzen, aber auch weitere historische Untersuchungen zu berücksichtigen.
Die Verfilmung des Baader-Meinhof-Komplexes
Das Buch wurde später als Kinofilm umgesetzt. Der Film Der Baader Meinhof Komplex kam 2008 heraus und wurde von Uli Edel inszeniert. Bernd Eichinger war wesentlich an Drehbuch und Produktion beteiligt.
Aust war gemeinsam mit Uli Edel und Bernd Eichinger im Zusammenhang mit dem Film für einen Oscar und den Deutschen Filmpreis nominiert.
Die Verfilmung machte die Geschichte der RAF einem noch größeren Publikum bekannt. Gleichzeitig führte die dramatische Darstellung zu Diskussionen.
Kritiker fragten, ob schnelle Bilder und bekannte Schauspieler die Terroristen zu stark in den Mittelpunkt stellen könnten. Befürworter sahen darin eine Möglichkeit, jüngeren Zuschauern ein schwieriges Kapitel deutscher Geschichte näherzubringen.
Bücher, Filme und Werke von Stefan Aust
Welche Bücher hat Stefan Aust geschrieben?
Stefan Aust veröffentlichte zahlreiche Bücher über politische Geschichte, Terrorismus, staatliche Institutionen und internationale Machtverhältnisse.
Zu seinen bekannten Werken gehören:
| Werk | Hauptthema |
| Der Baader-Meinhof-Komplex | Geschichte der RAF |
| Zeitreise | Autobiografie und journalistische Erinnerungen |
| Heimatschutz | NSU-Terror und staatliche Ermittlungen |
| Xi Jinping – der mächtigste Mann der Welt | Aufstieg und Herrschaft des chinesischen Staatschefs |
| Digitale Diktatur | Überwachung, Daten und digitale Macht |
| Mauss – ein deutscher Agent | Geschichte des Privatagenten Werner Mauss |
| Deutschland, Deutschland | Deutsche Einheit und politische Entwicklung |
| Hitlers erster Feind | Leben des Journalisten Konrad Heiden |
Der Piper Verlag ordnet Austs Veröffentlichungen vor allem den Bereichen politische Bücher, Geschichtsbücher und Biografien zu. Zu den dort hervorgehobenen Titeln gehören Zeitreise, Der Baader-Meinhof-Komplex und das gemeinsam mit Adrian Geiges veröffentlichte Buch über Xi Jinping.
Stefan Austs Autobiografie Zeitreise
In seiner Autobiografie Zeitreise erzählt Aust nicht nur sein eigenes Leben. Er verbindet persönliche Erfahrungen mit mehreren Jahrzehnten deutscher und internationaler Politik.
Das Buch bietet Einblicke in bekannte Recherchen, Begegnungen mit politischen Persönlichkeiten und seine Arbeit in großen Redaktionen. Der Verlag beschreibt es gleichzeitig als Zeitzeugnis, Hintergrundbericht und Rückblick auf ein ereignisreiches journalistisches Leben.
Stefan Aust als Filmemacher
Neben seinen Büchern arbeitete Aust an vielen Dokumentationen, Fernsehfilmen und Dokudramen. Laut seinem beruflichen Lebenslauf ist er seit 2009 als Produzent für fiktionale und nicht fiktionale Fernsehprojekte tätig.
Fiktionale Produktionen erzählen eine Geschichte mit Schauspielern und nachgestellten Szenen. Nicht fiktionale Produktionen beruhen stärker auf Interviews, Dokumenten und echtem Archivmaterial.
Aust verbindet häufig beide Formen. Historische Ereignisse werden nachgestellt, aber durch überprüfbare Quellen und dokumentarische Elemente ergänzt.
Auch das 2025 vorgestellte Dokudrama Stammheim – Zeit des Terrors folgt diesem Ansatz. Es rekonstruiert den RAF-Prozess und den Gefängnisalltag der Angeklagten.
Stefan Aust privat: Familie und Pferdezucht
Ist Stefan Aust verheiratet?
Stefan Aust ist verheiratet und hat zwei Töchter. Über sein Familienleben sind nur wenige Einzelheiten öffentlich bekannt.
Diese Zurückhaltung passt zu seinem öffentlichen Auftreten. Während er ausführlich über politische Ereignisse, Medien und historische Recherchen spricht, hält er private Angelegenheiten weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Namen, Berufe und persönliche Lebensumstände seiner Töchter sollten deshalb nicht ohne zuverlässige öffentliche Bestätigung verbreitet werden. Familienmitglieder einer bekannten Person sind nicht automatisch selbst Personen des öffentlichen Lebens.
Wo lebt Stefan Aust?
Nach einem Porträt des NDR lebt Stefan Aust im Hamburger Stadtteil Blankenese. Zusätzlich verbringt er viel Zeit in Armstorf im Landkreis Cuxhaven.
Die Verbindung zwischen Hamburg und Niedersachsen begleitet ihn damit bis heute. Hamburg ist eine bedeutende deutsche Medienstadt, während Niedersachsen für seine Herkunft und seine private Tätigkeit eine wichtige Rolle spielt.
Stefan Aust und seine Pferde
In Armstorf betreibt Aust ein Gestüt und züchtet seit vielen Jahren professionell Pferde. Es handelt sich damit nicht nur um ein gelegentliches Freizeitinteresse.
Die Pferdezucht bildet einen deutlichen Gegensatz zur schnellen Medienwelt. In einer Redaktion müssen Entscheidungen häufig innerhalb weniger Stunden getroffen werden. Die Zucht und Ausbildung von Pferden verlangen dagegen Geduld, langfristige Planung und tägliche praktische Arbeit.
Dieser Bereich seines Lebens zeigt eine weniger bekannte Seite des Journalisten. Neben politischen Büchern, Fernsehstudios und Redaktionskonferenzen beschäftigt er sich intensiv mit Landwirtschaft und Tieren.
Wie hoch ist das Vermögen von Stefan Aust?
Über das genaue Vermögen von Stefan Aust gibt es keine öffentlich bestätigten Angaben. Zahlen, die auf kleineren Unterhaltungsseiten genannt werden, beruhen meistens auf Schätzungen und sollten nicht als sichere Fakten übernommen werden.
Es ist bekannt, dass Aust über viele Jahrzehnte leitende Positionen in Medienunternehmen hatte. Zudem veröffentlichte er erfolgreiche Bücher, produzierte Filme und war an einem Fernsehsender beteiligt.
Aus diesen beruflichen Tätigkeiten lässt sich jedoch keine genaue Vermögenssumme berechnen. Ohne offizielle Dokumente oder persönliche Angaben wäre jede konkrete Zahl reine Spekulation.
7. Stefan Aust: Einfluss, Kritik und Bedeutung
Welche Haltung hat Stefan Aust zum Journalismus?
Stefan Aust betrachtet Skepsis als eine wichtige journalistische Eigenschaft. Journalisten sollen seiner Ansicht nach nicht einfach politische Aussagen übernehmen, sondern Belege suchen, Widersprüche erkennen und unterschiedliche Seiten anhören.
Diese Haltung richtet sich nicht nur gegen Regierungen oder mächtige Unternehmen. Sie gilt auch für politische Bewegungen, Aktivisten und Personen, deren Ziele ein Journalist grundsätzlich unterstützen könnte.
Aust erklärte, Journalismus werde auch in Zukunft gebraucht, um aus der Wirklichkeit die wichtigen Informationen herauszufiltern.
Kritik an Stefan Aust
Eine lange Karriere in bedeutenden Medien führt fast zwangsläufig zu Kritik. Bei Aust betraf sie unter anderem seinen Führungsstil, seine politischen Bewertungen und die Darstellung historischer Ereignisse.
Während seiner Zeit beim Spiegel galt er als einflussreicher und erfolgreicher Chefredakteur. Gleichzeitig berichtete der NDR, dass einige Mitarbeiter seinen Führungsstil kritisierten. Die Zusammenarbeit mit dem Verlag endete schließlich 2008.
Auch seine Bücher werden unterschiedlich bewertet. Unterstützer loben die umfangreiche Recherche, den Zugang zu Zeitzeugen und die verständliche Erzählweise.
Kritiker fragen dagegen, ob persönliche Erfahrungen und Kontakte seine Darstellung bestimmter Personen beeinflusst haben. Diese Diskussion ist besonders bei seinem Werk über die RAF wichtig.
Was können junge Journalisten von Stefan Aust lernen?
Seine Karriere bietet mehrere praktische Lektionen für Menschen, die im Journalismus arbeiten möchten.
Gründliche Recherche braucht Zeit
Große politische Geschichten entstehen selten durch eine einzige Internetsuche. Häufig müssen Akten gelesen, Zeitzeugen befragt und widersprüchliche Aussagen verglichen werden.
Eigene Quellen sind wichtig
Wer nur andere Artikel zusammenfasst, findet kaum neue Informationen. Austs bekannteste Arbeiten beruhten auf direkten Kontakten, Dokumenten und eigenen Nachforschungen.
Klare Sprache erhöht die Wirkung
Politische und historische Themen können sehr kompliziert sein. Gute journalistische Arbeit erklärt sie so, dass Leser und Zuschauer ohne Fachwissen folgen können.
Distanz schützt die Glaubwürdigkeit
Ein Journalist darf persönliche Ansichten haben. Er sollte jedoch bereit sein, auch Informationen zu veröffentlichen, die nicht zu diesen Ansichten passen.
Verschiedene Medien brauchen verschiedene Erzählweisen
Ein Buch bietet Platz für lange Erklärungen. Ein Fernsehbeitrag benötigt starke Bilder. Ein Nachrichtenmagazin braucht klare Schwerpunkte und eine digitale Veröffentlichung muss schnell zugänglich sein.
Wie wichtig ist Stefan Aust für den deutschen Journalismus?
Stefan Aust prägte den deutschen Journalismus in mehreren Bereichen. Er arbeitete im politischen Fernsehen, leitete ein Nachrichtenmagazin, entwickelte private Fernsehangebote und schrieb umfangreiche Sachbücher.
Nur wenige deutsche Journalisten waren über einen ähnlich langen Zeitraum in so vielen unterschiedlichen Funktionen tätig. Seine Karriere reicht von einer linken Zeitschrift der 1960er-Jahre über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bis zu großen privaten Medienunternehmen.
Sein wichtigster Beitrag liegt wahrscheinlich in der Verbindung von Recherche und Erzählung. Aust versuchte, umfangreiche historische Vorgänge nicht nur zu sammeln, sondern in einer verständlichen Reihenfolge darzustellen.
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Fazit zu Stefan Aust
Stefan Aust zählt zu den prägendsten deutschen Journalisten seiner Generation. Seine Laufbahn begann bei der Zeitschrift konkret und führte ihn über den NDR, Panorama und Spiegel TV bis an die Spitze des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.
Später war er an N24 beteiligt und zehn Jahre lang Herausgeber der WELT-Gruppe. Seit dem Ende dieser Tätigkeit arbeitet er weiterhin als Autor und beschäftigt sich mit politischen und historischen Themen.
Besonders bekannt bleibt Stefan Aust durch Der Baader-Meinhof-Komplex. Das Buch, seine Filme und seine Dokumentationen zeigen sein dauerhaftes Interesse an Terrorismus, politischer Macht und deutscher Zeitgeschichte.
Seine Arbeit ist nicht frei von Kritik. Dennoch steht seine Karriere für eine Form des Journalismus, die auf langjährige Recherche, direkte Quellen und eine verständliche Darstellung komplizierter Ereignisse setzt.
Häufig gestellte Fragen zu Stefan Aust
1. Wer ist Stefan Aust?
Stefan Aust ist ein deutscher Journalist, Autor, Filmemacher und Medienmanager. Bekannt wurde er vor allem als Gründer von Spiegel TV, Chefredakteur des Spiegel und Autor des Buches Der Baader-Meinhof-Komplex.
2. Wie alt ist Stefan Aust?
Stefan Aust wurde am 1. Juli 1946 in Stade geboren. Im Juli 2026 wurde er 80 Jahre alt.
3. War Stefan Aust Chefredakteur des Spiegel?
Ja, Stefan Aust war von 1994 bis 2008 Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Während dieser Zeit prägte er die politische Berichterstattung und die journalistische Ausrichtung des Magazins.
4. Welches ist das bekannteste Buch von Stefan Aust?
Sein bekanntestes Buch ist Der Baader-Meinhof-Komplex. Es behandelt die Geschichte der Roten Armee Fraktion und die politischen Ereignisse rund um den Deutschen Herbst 1977.
5. Ist Stefan Aust verheiratet und hat er Kinder?
Stefan Aust ist verheiratet und hat zwei Töchter. Über sein Familienleben sind nur wenige verlässliche Informationen öffentlich bekannt, da er seine Privatsphäre weitgehend schützt.
